Ausstellung Naumburg 2009
Mit einer Vernissage wurde in der Naumburger Café-Galerie Bächt (Untere Straße 20) eine Kunstausstellung eröffnet, die von der Präsentation von vermeintlichen Gegensätzen geprägt ist.
Sowohl das von den beiden Künstlern Johannes Kowal und Uwe Bächt verwendete Material für ihre Objekte betrifft - Stein und Holz -, wie auch die persönliche Vita, das Schaffen und Wirken der beiden Künstler selbst machen jene reizvolle Gegensätzlichkeit aus. Denn Bildhauer- und Steinmetzmeister Uwe Bächt steht mit eigenem Betrieb im Naumburger Stadtteil Elbenberg vordergründig als Handwerker mit beiden Beinen im Leben. Wobei in diesem Metier Beruf und künstlerische Produktion nicht von einander zu trennen sind, sondern sich ergänzen. Johannes Kowal dagegen ist Geisteswissenschaftler, nämlich Theologe und Seelsorger, seit einigen Monaten neuer Stadtpfarrer der Naumburger katholischen Kirchengemeinde Sankt Crescentius. Kowal hat neben seinem theologischen Studium zusätzlich noch Kunst studiert und sich in diesem Genre als Maler und Holzbildhauer mit unterschiedlichen Techniken - Öl, Skizzen, Aquarelle, Reliefs oder Skulpturen - international schon in 40 Ausstellungen einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt. In der Ausstellung in der Café-Galerie haben beide Künstler aber eines gemeinsam: In ihren Werken, die überwiegend Natur, Menschen und biblische Motive widerspiegeln, und dem dafür verwendeten Material geben sie eine Seele, dem Holz als Sinnbild für eine wachsende, lebende Materie, dem Stein als umgangssprachlich eine feste, im Laufe der Erdgeschichte entstandene mineralische Masse.

Die Objekte von Uwe Bächt und Johannes Kowal beeindrucken nicht nur durch ihrekünstlerische Ausstrahlung, sondern erzählen auch Geschichten. Wie zum Beispiel Kowals Werk "Kreuz der Vertreibung 1938". Denn die das Kreuz bildenden Eichenbretter stammen von einer Truhe einer jüdischen Familie, die 1938 den Weg ohne Wiederkehr in ein Konzentrationslager antreten musste.

